Belichtungsmessung

Insbesondere beim Fotografieren mit den älteren Kameraschätzen komme ich glaube ich nicht um eine manuelle Beichtungsmessung rum. Ja, das Analogrevival bringt so einige Tücken mit sich…

Heise hat zur Belichtungsmessung gerade einen Artikel veröffentlicht und ich habe mich mal versucht hier einzulesen, da es bei den alten Kameras ja letztlich auf eine Messung mit externem Belichtungsmesser rauslaufen wird. Ohne jetzt behaupten zu können richtig verstanden zu haben, wie das ganze funktioniert (dafür muss ich so ein Ding glaub ich in der Hand haben und ausprobieren) – ich könnte eine Empfehlung gebrauchen, was die sinnvolle Minimallösung in Sachen externer Belichtungsmesser ist. Auch hier durfte ich bereits feststellen, dass der Spaß wieder mal nicht ganz billig zu haben sein wird ;-)



5 Wortmeldungen zu “Belichtungsmessung”

  1. Johannes sagt:

    Hallo Boris,

    im Prinzip reicht Dir ein alter ‘analoger’ Belichtungsmesser wie der hier http://bit.ly/KANsO , vorausgesetzt, du willst nur vorhandenes Licht messen. Wenn Blitzlicht zum Einsatz kommen soll, dann kommst Du um einen Blitzbelichtungsmesser nicht herum. Da kann ich Dir empfehlen ruhig etwas mehr zu investieren, ich benutze den DigiPro F von Gossen und bin damit sehr zufrieden.

    Viele Grüße, Johannes

    • illuminate sagt:

      Hallo Johannes, ja Gossen hab ich auch schon als Mercedes unter den Belichtungsmessern gelesen. Ich werd mal noch ein wenig forschen…

  2. Ach ja, die Belichtungsmessung …
    Im Grunde ist das alles überbewertet, denke ich oft, weil in den digitalen Zeiten der Übergenauigkeit das lässige Umgehen mit analogen Spielräumen verloren gegangen ist.

    Wichtig ist das Wissen, daß z.B. in der Schwarzweiß-Fotografie die Mehrzahl der Filme einen großen Belichtungsspielraum (für Ungenauigkeiten) zulassen. Ein bis zwei Blenden sind für das Normalbild schnuppe.
    Wenn es jedoch auf hohe Präzision ankommt, dann bringen nur präzise Lichtmesser das gewünschte Ergebnis. Gossen war und ist der Traum eines jeden Fotografen und der obige eBay-Link ist eine sehr gute Empfehlung.
    Aber auch ein Flohmarktschnäppchen kann schon der richtige Einstieg sein. Test it … and worry about later ;-)

    Es gibt so einen “dummen” Fotografenspruch: wenn die Sonne lacht, nimm Blende 8. Bei Verschlußzeit 1/100 resp. 1/125 kann man da nichts falsch machen. Wolken sind eben Blende 5,6 und Räume irgendetwas nach Stand des Wassers zwischen 2,8 und 4. So einfach kann man sich das machen, wenn man die notwendige Sorglosigkeit mitbringt.
    Übrigens verwendeten die meisten Fotografen bis in die 1960er Jahre gar keinen Belichtungsmesser. Erfahrungen sind die besten Messgeräte … sagte mir mal ein alter Pressefotograf.

    Ok, trotzdem empfehle ich einen Belichtungsmesser und dabei sind 50 Euro absolut die Höchstinvestitionsgrenze.
    Übrigens würde ich niemals (wie oft empfohlen wird) mit der Digitalen anmessen und das Ergebnis auf die Analoge übertragen. Das geht gnadenlos in die Hose … die Gründe dafür würden jetzt ein halbes Buch füllen.

    • illuminate sagt:

      In der Tat hat mir mal wieder so gut wie jeder dazu geraten doch mit der Digitalen zu messen und dann zu übertragen – Dir ist schon klar, dass Du jetzt mal wieder meine Neugierde hinsichtlich des wieso und weshalb geweckt hast? Übrigens war bei meinem Rollei-Kauf so ein uralt (Baggelit?)-Belichtungsmesser dabei – fast schon mit Handschmeichlerqualitäten – kann man so ein Dingen noch sinnvoll nutzen?

  3. Werter Herr Illuminate,

    da ich für meine langen Beiträge verschrien bin, versuche ich mich nun erstmals kurz zu fassen ;-)

    Belichtungsmessung basiert auf die Aufspaltung der Wellenlängen und mißt nicht die Helligkeit, sondern die Intensität des Lichtes. Soweit die erste Halbwahrheit.

    Digitale Belichtungsmessung (Achtung, auch die neuen, digitalen Hand-Belis machen das so) messen RGB (im Grunde ein Kürzel für langwelliges, mittelwelliges, kurzwelliges Licht) als Einzelwerte und bilden daraus einen Gesamtwert.
    Analoge Belis messen den Gesamtwert.
    Digital liegt die Betonung auf kurzen Wellenlängen (je nach Fabrikat zwischen 40% und 60%) und zu rund 20% bis 50% im Mittelwelligen.
    Analog mißt (je nach Fabrikat und Typ) zwischen 40% und 50% im mittelwelligen Bereich und zu rund 30% bis 40% im langwelligen Bereich. Im Analogen erobert irgendwann einmal ein Beli das Herz des Fotografen und der bleibt dann bis an sein Fotografenlebensende bei dem Fabrikat-Typ. Das ist einfach ein langer Prozess und “damals” gab es keine Testarien nach dem Motto “wer bringt es besser”. Jeder Fotograf hat eine andere Handschrift, bei der auch die Belichtungsmessung eine Rolle spielt. Manches bildet sich erst langsam heraus. Genau das ist es ja auch, was die digitale Fotografie fördert. Es gibt weniger Varianzen. Aber auch genau das macht die analoge Arbeit so spannend, weil man viel variieren kann und unendliche Fortentwicklungsmöglichkeiten finden wird. Zurück zum Thema.

    Mach doch mal ein Bild von Deinem Beli – Du redest vom äußeren Material und nicht von den inneren Werten ;-)
    Grundsätzlich kannst Du den Beli testen (und bloß nicht mit den Belichtungswerten der Digi vergleichen). Um ca. 10 Uhr, bei wolkenlosem Himmel, müßtest Du auf freiem Feld bei 100 ISO/ASA so um die 1/125 sec und Blende 8 oder 5,6 haben. Dann gehst Du in den Schatten und dort solltest Du bei gleicher Verschlußzeit irgendwie Blende 5,6 oder 4 haben. Prima, das “Ding zuckt noch”.
    Nun rein in einen von Tageslicht durchfluteten Raum und einfach mal reinmessen. Du wirst bei 1/125 sec. irgendetwas zwischen Blende 2,8 und 5,6 bekommen. Jepp, das “Ding reagiert”.
    Jetzt gehst Du in einen schummrigen Raum und da wird mit 1/125 sec nichts mehr zu machen sein. Bingo, auch das Dunkle funktioniert. 1/30 bis 1/4 sec. bei Blende 2,8 sind ganz normal.
    Jetzt mußt Du einfach die Vision von der perfekten Belichtung über Bord werfen und den ersten Film mit Hilfe des Beli belichten. Die Bilder zeigen Dir dann schon, ob alles gut ist.

    Analoge Handbelis werden übrigens bevorzugt im leichten Winkel gegen den Boden resp. in die Schatten gehalten. Das ist ein weiterer Trick zum guten Bild. Da Dein Arm keinen Winkelmesser hat, wird auch mehrfaches Messen unterschiedliche Werte bringen können. Klein Problem, weil das analoge Filmmaterial einen großen Belichtungsspielraum hat. Die ganz großen Belichtungskünstler messen gegen eine Graukarte. Diesen Wert nehmen sie dann gnadenlos für alle Bilder in dieser Lichtsituation. Das ist dann absolute Lässigkeit in höchster Perfektion. Vergiß das Messen vor jedem Bild! Du siehst schon, ob sich an der Lichtsituation etwas ändert … dann kannst Du immer noch eine Kontrollmessung machen. Beobachte einfach die Schatten. Je länger sie werden, umso länger wird auch die Belichtungszeit. Deine Beobachtungsgabe und Deine wachsende Erfahrung sind Deine besten Meßinstrumente … und sagen Dir schon, wenn mal wieder der Beli gezückt werden muß.

    Mist, das mit dem kurzen Beitrag hat wieder einmal nicht funktioniert.

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