Berauscht

Man munkelt ja, dass sich so manch hartgesottener Analogfreak die Entwicklungschemikalien in Pulverform besorgt, um sich dann bewaffnet mit Geldnote, Spiegel und Rasierklinge den ultimativen Kick zu geben. Nichts für meine Nasenschleimhäute, aber berauscht bin auch ich. Die Dunkelheit hat mich in ihren Bann gezogen und ich bin ich geneigt mich als neugeborenen Jünger der Finsterniss zu bezeichnen ;) . Die Satanisten mögen ihre Aufnahmeformulare stecken lassen, und die streng Religiösen sich kurz aus ihren Denkmustern befreien. Hier geht es um meine jüngst eingerichtete Dunkelkammer…

DuKaEigentlich klingt doch alles ganz einfach. Negativ in den Vergrösserer einspannen, Rotlicht an, Papier unterlegen, Ausschnitt festlegen, scharf stellen und Belichtungsschuss. Dann hintereinander hinein in die vorher angesetzte Entwickler- Stop- und Fixiersuppe und fertig! Was soll ich sagen, im Prinzip ist das auch so, wobei die Tücke liegt im Detail. Bei meine ersten beiden Versuchen konnte ich gerade kurz eine Bildkontur erkennen, bevor sich üppiges schwarz ausbreitete. Wohl etwas viel Licht. Also flugs die Belichtungszeit von 10sec. auf 2 reduziert und voilà – vom Negativ zum Bildabzug, mein erstes do-it-yourself Foto.

Da schwimmen sie im Becken, die Abzüge. Ich bin im Glücksrausch und stolz wie Bolle. Klar, da ist noch Verbesserungspotential. Saubere Ränder hinzubekommen ist gar nicht so einfach. Und beim 6×6 Format komme ich auch noch nicht 100% klar, aber der erste Schritt ist getan. Jetzt kann munter weiter experimentiert werden und ich habe eine vage Vermutung, wie sich so einige künftigen Wochenenden gestalten werden…



10 Wortmeldungen zu “Berauscht”

  1. christian sagt:

    coole sache, der herr!! :)
    meinen glückwunsch zu den ersten bildern, die sehen doch garnicht so schlecht aus auf den ersten blick!?

  2. derbaum sagt:

    :-)

    das erinnert mich unheimlich an die zeit vor reichlich 30 jahren als ich meine erste dunkelkammer eingerichtet habe! im laufe der zeit sind über 2000 s/w fotos in postkartengröße entstanden. zu ende war es als ich anfang der 80er begonnen habe dias zu fotografieren. aber die ausrüstung steht noch komplett auf dem boden!

    ich wünsche dir weiter viel spaß dabei!

    • illuminate sagt:

      @ derbaum – den Spass hab ich auf alle Fälle, und bevor Du mal Dein DuKa Equipment verschrottest…ich heb da mal weil dezent den Finger… ;)

  3. Vernon Trent sagt:

    das ist schon mal ein guter anfang.
    um den ausschuss zu reduzieren, könntest du zuerst mit einem belichtungs-test-streifen in 3 sekunden takt anfangen. analyse und arbeitsabzug erstellen. dann arbeitsabzug analysieren und ggf stellen nachbelichten/abwedeln.

    teststreifen auf arbeitsabzug kleben und dokumentieren. zeiten, chemie, abwedel/nachbelichtungsregionen mit stift markieren und mit den werten vermerken. so bleibt ein abzug auch nach jahren zu 99% reproduzierbar.

    cheers
    VT

  4. Bingo!
    Willkommen in der Riege der Dunkelmänner. Jetzt wird das fotografische Leben noch spannender. Zwar stinkt man ein wenig, wenn man mit glücksumflortem Blick wieder ans Tageslicht tritt. Aber wer sich daran ernstlich sört … *grins*
    Und wenn dann diese Bilder an der Wand prangen, tropft zumeist noch in regelmäßigen Abständen der Stolz aus dem Rahmen.
    Ach ja, wer sagt denn, daß Verrückte krank sind *lach*

    Boris, habe leider nur zwei Daumen, aber beide gehen gerade in die Höhe gehen.

  5. Vernon Trent sagt:

    Boris, gerade als frischling sollte man sich paar sachen direkt einprägen, die gehen sozusagen ins blut über und man denkt später nicht mehr dran, man macht es einfach… wie kupplung treten vor dem schalten :)

    lg
    VT

  6. Ronnie sagt:

    Es freut mich für Dich, dass Du zur dunklen Seite der Fotografie gewechselt bist. Und ich schließe mich meinen Vorkommentatoren an und hebe beide Daumen.

    Doch folge den Rat des dunklen Vernon Trent und höre auf seine weisen Worte und lass Dir die Theorie der Teststreifen ins Blut übergehen und Du wirst sehen, dass auch Zeiten des Lichtes mit mehr als 30 Sekunden machbar sind.

    Das ist zum einen weniger hektisch und zum anderen bringt es Dir Zeit das Licht zu lenken (abwedeln & nachbelichten).

    Von Frischling zu Frischling: http://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de/wege_zum_perfekten_positiv.htm#_Toc197579082

    Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht und freue mich auf Deine nächsten Ergebnisse. Nächste Woche begebe ich mich auch wieder für mehrere Stunde in die Dunkelheit und ich freue mich jetzt schon darauf, wie ein kleines Kind.

    Ein wahrlich tolles Hobby!

    • illuminate sagt:

      @ Michael – neben dem Kuhdung, der in CH immer wieder in der Luft liegt ist doch der Duka Gestank eine interessante Kopfnote ;)
      @ Vernon – ich fahr momentan halt noch Automatik aber ich weiß, dass Du Recht hast.
      @ Ronnie – ja, der Spassfaktor auf der dunklen Seite der Macht ist gewaltig ;)

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