Bunter Blätterwald

Sind die klassischen Printmedien im unaufhaltsamen Sinkflug? Die Diskussion läuft, zumindest in der Schweiz, in schöner Regelmässigkeit. Gratiszeitungen, wie sie an jeder Haltestelle ausliegen haben der herkömmlichen Tageszeitung erhebliche Marktanteile abgenommen und verzeichnen weiter rasante Zuwachszahlen. Das Internet verstärkt diese Entwicklung nochmals und ist in Sachen Aktualität wahrscheinlich unschlagbar. Bleibt die Frage, ob Qualitätsjournalismus dabei auf der Strecke bleibt…

Ich wollt aber in eine ganz andere Richtung. Fotojournal, -fachzeitschriften, -magazine oder wie man sie auch immer nennen mag. Ich habe mir in den letzten Monaten und Jahren so ziemlich jedes Blatt angesehen, das an den Kiosken ausliegt und sogar das eine oder andere Magazin gekauft. Heutzutage finde ich keines mehr, das mich anspricht. Die immergleichen Inhalte: ein oder zwei Photoshop how-to´s, endlose Vorstellungen der neuesten Digiknipsen und Objektive, eine mehr oder weniger objektive Testreihe (die sich regelmässig wie die Marketinganpreisung des Herstellers liest) und immer mal wieder die Vorstellung eines Fotokünstlers. Will ich das lesen? Nein! Wenn ich mich im fotografierenden Bekannten- und Freundeskreis umhöre, geht es den meissten ähnlich…

Stellt sich die Frage, was sollte Inhalt eines anspruchsvollen Fotomagazins sein, dass die Zielgruppe des ambitionierten Fotografen (Amateur oder Profi) anspricht? Könnte man sowas selber auf die Beine stellen? Wir fragen uns doch auch nach Kanälen für die Verbreitung und möglicherweise Vermarktung unserer Kunst. Wäre das eine Möglichkeit?

Meinungen?



5 Wortmeldungen zu “Bunter Blätterwald”

  1. jana sagt:

    Ich bin sicher dass man so etwas selbst auf die Beine stellen kann, ich bin der beste Beweis dafür- zwar ein anderer Bereich aber auch wir habens gewuppt bekommen. Wenn du näheres wissen willst, weißt du ja wo du mich findest ;o)

    • illuminate sagt:

      Auf das Angebot komm ich gerne zurück, Jana. Wer weiss, vielleicht wird der Herr illuminate nochmal ne grosse Nummer im Verlagsgeschäft… ;)

  2. christian sagt:

    wie wahr… das lesen dieser “fachpresse” habe ich schon vor jahren aufgegeben, der immergleiche abklatsch diverser anzeigen und das x-te mal den “wie bekomme ich den himmel blau”-workshop nervt doch ziemlich.
    ich kaufe mir ab und zu noch z.b. die photonews, die kann ich dir im vergleich zu den “daten”-blättchen sehr empfehlen. am liebsten lese und schaue ich aber publikationen wie “dienacht” oder “zimmer 117″, das sind sehr gut gemachte magazine bzw sogenannte artzines, die die kunst in den vordergrund stellen und keinerlei tests und technik enthalten. allerdings muss man da schnell sein, da diese nur in kleinstauflagen erscheinen.
    und falls du wirklich mal so ein projekt in angriff nehmen würdest, ich wär dabei :)

  3. Ronnie sagt:

    Die tollen Magazine sind nichts mehr als 100 Seiten Werbung, welche man für 6 – 10 Euro kaufen darf. Ewige Testberichte in denen debattiert wird, ob die Auslöseverzögerung 50 ms oder 70 ms beträgt, wie toll das Signal-Rauschverhältnis doch sei… usw. Wo hat das alles noch was mit Fotografie zu tun? Die gezeigten Workshops (wie ich diesen Begriff liebe) sind eher eine Beleidigung und der Rest ist Werbung für die der Kunde zahlt.

    Trotzdem wird fast überall in den “Fotografieblogs” über Ausstattungsmerkamale, Technik, Abbildungsfehler und Bilder pro Sekunde geschrieben. Ist das wirklich das, was die Leute interessiert?

  4. Lars sagt:

    Ich kann mich Deinen Ausführungen und den der Vorkommentatoren nur anschließen. Ich lese zur Zeit nur noch Photonews und ab und zu mal “Photo international”.

    Ein eigenes Magazin, würde ich auch unterstützen. Aber wie immer bei solchen Vorhaben muss es einer organisieren und koordinieren. Dann könnte das was werden.

    Also ich bin dabei…

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